Es ist wohl ein Zeichen der Liebe seit 134 Jahren

Am Valentinstag vor genau 134 Jahren gründete sich der Verschönerungsverein Rinteln

Rinteln (rd). An einem Valentinstag vor 134 Jahren nahm alles seinen Lauf: Am 14. Februar 1878 wurden in einer Versammlung von 40 Rintelner Bürgern die Ziele und Aufgaben des von da an bestehenden Verschönerungsvereins festgelegt.

 

 

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  „Die Stadt Rinteln und deren Umgebung durch Bepflanzung der öffentlichen Plätze, Wege und Spaziergänge, durch Ausführung neuer Anlagen und Instandsetzung der vorhandenen zu verschönern und auf deren Verschönerung in geeigneter Weise hinzuwirken, ist Zweck und Aufgabe des Vereins“, hieß es in den Statuten.

Jahrzehntelang war der Verschönerungsverein in Rinteln und in der alten Grafschaft Schaumburg der einzige Verein, der den Heimatgedanken aktiv pflegte. Noch heute zeugen die alten Wegweiser mit dem Signum „VVR“ in den Weserbergen vom Kleinenbremer Paß bis zum Paschenberg, vom Taubenberg bis in das Forellental und bis ins Lippische hinein von der emsigen Tätigkeit der ehrenamtlichen Mitglieder.

Erstes großes Ziel des Vereins aber war der Bau eines Aussichtsturmes auf der Luhdener Klippe, dem „Hausberg“ der Stadt Rinteln. Um dieses Projekt zu verwirklichen, mussten viele Hürden überwunden werden. Mit dem Aufstellen von Sammelbüchsen in Geschäften und Gasthäusern wurden die ersten Schritte unternommen. Von diesen Spenden wurden unter anderem Wanderwege zur Klippe geschaffen und Ruhebänke aufgestellt. Die Stadt Rinteln pachtete von der Forstverwaltung den Klippenplatz für den Turmbau.

Für die weitere Finanzierung des Baus folgte man dem Vorschlag des Regierungsassessors Delius, eine „Turmbau- Lotterie“ durchzuführen. Das gelang. Der Bau des Holzturms begann im Jahr 1888, am 18.August 1889 konnte der Klippenturm feierlich eröffnet werden.

Knapp 80 Jahre später, Mitte der 1970er Jahre, war der Turm stark renovierungsbedürftig, sogar über einen Abbruch der Restaurationsräume wurde nachgedacht. Gemeinsam mit Stadt, Landkreis und Forstverwaltung gelang dem Verschönerungsverein aber die Rettung.

Der Klippenturm wurde zum Wahrzeichen Rintelns und das Ausflugsziel von Wanderungen, Wandergruppen, Turn-und Gesangvereinen aus ganz Norddeutschland. Heute liegt der Klippenturm direkt am „ Fernwanderweg Weserbergland“. In der Gaststätte erwartet den müden Wanderer stets eine Stärkung. Inzwischen haben auch Mountenbiker und Geocacher den Turm als Ziel entdeckt.

Alljährlich wird im Juni vom Verschönerungsverein Rinteln das traditionelle Klippenturmfest auf dem Vorplatz des Turmes ausgerichtet. Die erzielten Erlöse dienen unter anderem der Erhaltung des Klippenturmes.

Auch nach 134 Jahren ehrenamtlichen Einsatzes für die Heimatgeschichte haben sich die Ziele und Interessen des Verschönerungsvereins, wie sie in der Gründungserklärung stehen, nicht wesentlich geändert. Das Klippenturmfest soll am Sonntag, 10 Juni, erneut auf dem Vorplatz des Klippenturms stattfinden. Das Programm ist bereits in Arbeit.

Seit nunmehr 134 Jahren ist der Verschönerungsverein der Stadt Rinteln und mit der Umgebung verbunden. Schautafeln, die der Verein aufgestellt hat, zeugen von der Stadtgeschichte.

  Foto: tol

Artikel der Schaumburger Zeitung vom 15.02.2012 - 00.00 Uhr