Alter Blickfang an neuer Promenade

Weserkran

Rinteln (who). Mit der neu geschaffenen Promenade am Weserufer hinter dem Brückentor-Komplex rückt ein altes Rintelner Wahrzeichen, das sonst hauptsächlich von Touristen beachtet werden dürfte, wieder neu ins Bewusstsein auch der Rintelner

Alter Blickfang an neuer Promenade

Rinteln (who). Mit der neu geschaffenen Promenade am Weserufer hinter dem Brückentor-Komplex rückt ein altes Rintelner Wahrzeichen, das sonst hauptsächlich von Touristen beachtet werden dürfte, wieder neu ins Bewusstsein auch der Rintelner. Es geht um den Ladekran, der an die Epoche erinnert, in welcher der Fluss, der mitten durch die Stadt zieht, eine Hauptverkehrsstraße für den Gütertransport per Schiff gewesen ist.

Für die geborenen Weserstädter ist der Kran ein so vertrauter Anblick, dass sie annehmen müssen, er habe schon immer dort gestanden. Das ist richtig, wenn auch nur bedingt. Die kleine Infotafel am Standbalken führt aber näher ans Thema heran und sorgt, wenn auch etwas sehr knapp für eine hinreichende Auskunft: Es geht hier um einen alten „Weserkran von 1800. Restauriert von VV Rinteln e.V.“ Übersetzt für nicht Eingeweihte bedeutet das: Seit dem Jahr 1800 hat an diesem Platz ein gleicher Kran gestanden, dessen Überreste im Auftrag des Verschönerungsvereins Rinteln restauriert beziehungsweise rekonstruiert worden sind.

So führt es auch Ullrich Künkel in seinem Stadtlexikon von 1999 auf: „Der Kran ist eine Rekonstruktion eines Ladekrans (Davit) aus dem 17. Jahrhundert, der am dortigen Ladekai (Weserschlagd) die Frachtkähne („Weserböcke“) be- und entladen half. Er wurde vom Verschönerungsverein Rinteln zu seinem 100-jährigen Jubiläum der Stadt gestiftet. Die Einweihung fand am 07.05.1978 statt.“

Ältere Rintelner dürften sich erinnern, dass bis dato noch Fragmente des Krans von 1800 gestanden haben. Ullrich Künkel vermerkt dazu: „Die ehemals vorhandenen Kranteile waren völlig verwittert und verrostet. Lediglich der dicke Haltepoller wurde als Original wiederverwendet.“

Dass das Denkmal für die Weserschifffahrt 33 Jahre später zum zentralen Schmuckstück einer Promenade am Flussufer mit einer kleinen Allee aus Bäumchen werden würde, hat 1978 sicherlich noch nicht einmal der Verschönerungsverein vorausgesehen. Aber nichts bleibt, wie es ist und deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn auch die einst florierende Weserschifffahrt zumindest in Teilen wiederbelebt werden würde. Las man doch jüngst, dass die Wolfsburger Volkswagen-Werke als Global Player in Betracht ziehen, aus Wirtschaftlichkeit Bereiche ihres Materialumschlags wieder über Wasserstraßen abzuwickeln. Potenzielle Auftraggeber sind auch entlang der Weser angesiedelt.

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